Facebook User kennen sie alle… die reißerischen Überschriften, die den spannendsten Artikel aller Zeiten anteasern sollen. Mit Sätzen wie: „Das habt ihr noch nie gesehen“, „Was dann geschah, ist einfach unglaublich“, „Tipp Nummer 5 wird euch umhauen“, wollen Werbetreibende ihre Klicks in die Höhe treiben und möglichst viel Traffic auf ihre Seite bzw. den Artikel bekommen.

Ich muss sagen, dass die Strategie anfänglich – zumindest bei mir – auch tatsächlich funktioniert hat. Voller Erwartung wird der Artikel geöffnet und dann ist der Inhalt so langweilig wie ein trockenes Knäckebrot, obwohl mir doch ein dreistöckiges Sandwich mit doppelt Käse versprochen wurde?!

Bitte hört auf, um Interaktionen zu betteln und keine Qualität abzuliefern!

So sehen das auch die Jungs von allfacebook und als User ist man jedes Mal enttäuscht und auch ziemlich genervt, wenn der Artikel letztendlich die Erwartungen nicht erfüllen kann… Doch es stellt sich die Frage, wieso greifen Werbetreibende überhaupt auf Clickbaiting-Strategien zurück, wenn die Absprungrate bei über 90% liegt und das Image des Publishers sich dadurch auch nicht unbedingt positiv verändert?

Der Grund ist simpel… Ganz oben im Newsfeed werden Artikel angezeigt, welche besonders viele Interaktionen, wie Likes, Wows, Loves, Shares, Comments etc. erhalten. Also Artikel, die sehr relevant für die User erscheinen. Doch die Engagementrate soll nun nicht mehr als das alleinige Merkmal für einen relevanten Text stehen.

Facebook setzt dem nervigen Clickbaiting nun endlich ein Ende – mit einem neuen Newsfeed-Algorithmus

Und zwar will Facebook als weiteres wichtiges Kriterium für die Relevanz eines Artikels die Lesezeit mit einbeziehen. Eine lange Besuchszeit auf der Landingpage ist ein Indiz dafür, dass die Story interessant war und der Artikel somit relevant für den User. Im Newsroom von Facebook wird folgendes erläutert: „Das Ranking-Update bemisst, wie wahrscheinlich es ist, dass du auf einen Artikel klickst, und wie lange du ihn lesen wirst“.

Doch gelten jetzt ausschließlich lange Artikel als relevant? Nein, auch das hat Facebook mit bedacht. Die Verweildauer wird so beschränkt, dass kurze Artikel ebenso relevant sein können und dass lange Ladezeiten ebenfalls keine Rolle bei der tatsächlichen Lesezeit spielen.

Des Weiteren will Facebook reine „Clickbaiter“ mit einer geringen Reichweite abstrafen und somit verhindern, dass zu viele Artikel mit nur „heißer Luft“ veröffentlicht werden und auch noch prominent ganz weit oben in unserem Newsfeed erscheinen.

Sinkt meine Reichweite nun, weil ich klickanregende Überschriften verfasse?

Facebook behauptet, dass nur manche Seiten betroffen sind, bei denen die Reichweite dann etwas sinken wird. Solange der Text hinter der vielversprechenden Überschrift auch qualitativ hochwertig ist und auch wirklich das hält was er verspricht, braucht man sich als Werbetreibender keine Sorgen um die Reichweite machen.

Gänzlich verhindern kann Facebook das Clickbaiting allerdings nicht, denn das Newsfeed-Update beschränkt sich laut dem Blogbeitrag von t3n auf Instant Articles und auf mobile Texte, da die Lesezeit auf Web-Browsern nicht ohne Weiteres getrackt werden kann.

Man sei gespannt, in 2 Wochen sieht der Newsfeed-Algorithmus wahrscheinlich eh wieder ganz anders aus und man darf als Werbetreibender seine ganze Social Media Strategie wieder verwerfen…

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Nervig, nerviger, Clickbaiting!

by Sebastian Gückelhorn time to read: 2 min
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